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Mit dem Mond wirtschaften

Säen, Pflanzen und Ernten nach dem Mondkalender

Als biologisch-dynamischer Bauer berücksichtigt Michael Köhnken auf dem Geisshof im Aargau die Einflüsse des Kosmos und arbeitet nach dem sogenannten Mondkalender: Das heisst, er sät, pflanzt, pflegt und erntet das Gemüse an dafür geeigneten Tagen, damit die kosmischen Kräfte in Boden und Pflanze wirksam werden.

Film-Beitrag im Buure-TV (2:12)

Ein kritischer Blick auf den Mondkalender


Die Bedeutung des Mondes aus Sicht eines Tessiner Bauern

Dass der Mond auf seiner Bahn Auswirkungen auf irdische Organismen hat, bezweifelt kaum jemand. Ob es nun davon abhängt wie viel Licht vom Mond auf die Erde reflektiert wird, bei Neumond die Erde vor der elektromagnetischen Strahlung der Sonne geschützt wird oder aber der Winkel der Einstrahlung der entscheidende Faktor ist, kann wohl niemand schlüssig beantworten. Sicher ist, dass seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden die Wirkung des Mondes beobachtet und dokumentiert wird. 
Auf unserem Hof Pura Vita im Tessin arbeiten wir nach dem Mondkalender von Maria Thun. Die Pflanzen wachsen grundsätzlich schubweise, das universelle Prinzip der Wellenbewegung lässt den Boden ein- und ausatmen und beeinflusst auf diese Weise das Pflanzenwachstum. Auch hier gehe ich davon aus, dass die Konstellation der Himmelskörper eine entscheidende Rolle spielt.
Meinen Beobachtungen zufolge sind unsere Bienen, die als „Himmelswesen“ speziell den Einflüssen von „oben“ ausgesetzt sind, sehr reaktiv auf die Planetenkonstellationen. Durchläuft der Mond Feuer- oder Luftzeichen, kann ich locker im Kurzarmshirt und ohne Rauch an den Kästen arbeiten. Hingegen brausen sie beim Mond in Wasserzeichen auf und ich komme kaum ohne Stiche davon.

Mondholz

Seit Menschengedenken wird auch Holz, je nach Verwendung, bei passender Mondstellung geschlagen. Grundsätzlich ist diese Wellenbewegung auch bei Bäumen zu beobachten. Wie die Gezeiten auf den Mond reagieren, geschieht auch der Saftanstieg bei den Bäumen in einem bestimmten Rhythmus, einerseits beobachten wir den grossen: Saftanstieg im Frühjahr, Rückzug im Winter. Andererseits haben wir auch deutliche Veränderungen bei Voll- respektive Neumond. Schlage ich also einen Baum Anfang Winter im letzten Mondviertel, ist die Zellstruktur des Holzes „leer“ und ich habe somit ein Brennholz, welches rasch trocknet und bestens brennt. Schlage ich den Baum jedoch Ende Winter und bei zunehmendem Mond, ernte ich ein schier unbrennbares Holz, welches sich sehr gut als Cheminéebalken nutzen lässt.
Zwischen diesen zwei Extremen gibt es noch ganz viele feine Abstufungen, es lohnt sich alleweil den Fällzeitpunkt auf Zeiten zu organisieren, welche für den jeweiligen Verwendungszweck geeignet sind!

Markus Lanfranchi, Tessin, 2014