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Hofübergabe

Die Hofübergabe, sowohl inner- als auch außerfamiliär, ist immer ein besondere Phase, denn die Älteren übergeben ihr Lebenswerk an die Jüngeren, die ganz eigene Vorstellungen davon haben, wie sie den Betrieb führen möchten. In den meisten Fällen arbeiten und leben alle Beteiligten gemeinsam auf dem Hof weiter. Es geht also nicht nur um eine rechtlich, steuerlich und ökonomisch saubere Übergabe, sondern auch darum, neue Formen des Miteinanderarbeitens und -lebens zu entwickeln. Landwirtschaftliche Betriebe sind klassische Familienunternehmen, in denen die unterschiedlichen Logiken von Familie und von Betrieb aufeinandertreffen. Das bietet Raum für besondere Chancen aber auch für eine Vielzahl von Konflikten.

Bei vielen Betrieben in der Schweiz und auch in Deutschland und Österreich ist heute die Nachfolge noch ungeklärt. Die Strukturen in der Landwirtschaft haben sich verändert und oft werden für kleinere Höfe keine Perspektiven gesehen. Keines der Kinder hat Interesse, den Hof weiterzuführen oder es sind keine eigenen Kinder da. Zugleich gibt es insbesondere im Bereich der ökologischen Landwirtschaft zunehmend junge Leute, die sowohl vom Land als aus der Stadt kommen und die nach einem Studium der Landwirtschaft einen Betrieb suchen, auf dem sie sich eine Existenz aufbauen können. Eine Hofübergabe / Hofübernahme außerhalb der familiären Erbfolge kann für beide Seiten eine guter Weg sein. Bisher ist diese Form der Übergabe noch nicht sehr verbreitet; erst seit jüngerer Zeit wird sie vermehrt praktiziert. Sie bedarf zusätzlicher Beratung und Information. Übernimmt eine junge Person oder ein Paar von außerhalb der Familie den Hof, ist das Loslassen für die Hofabgeber unter Umständen noch schwieriger, andererseits ist die Kommunikation nicht von den typischen familiären Erwartungen geprägt. Man begegnet sich mehr auf der Ebene von Geschäftspartnern. Doch auch hier mit wenig räumlicher Distanz, denn in den meisten Fällen arbeiten die Hofabgeber zumindest noch eine Weile auf „ihrem alten“ Hof mit.

Entscheidend ist in einem ersten Schritt, dass Hofabgebende und Hofsuchende sich finden, beispielsweise über eine Hofbörse oder lokale Berater. Neben der Möglichkeit, die eigenen Erwartungen zu formulieren, braucht es dann auch ausreichend Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen und Aufbauen von Vertrauen.

In der Schweiz gibt es neben den klassischen Beratungsangeboten zwei neue Anlaufstellen für Interessierte an einer Abgabe bzw. Übernahme eines Hofes ausserhalb der Familie.

Die Anlaufstelle für ausserfamiliäre Hofübergabe der Kleinbauernvereinigung versteht sich als Plattform, die Hofabgebende und Hofsuchende zusammenführt. Sie bietet Kontakt zu kompetenten BeraterInnen an, die den Prozess der Hofübergabe unterstützen können. Sie informiert über Stiftungen, die um finanzielle Unterstützung angefragt werden könenn. Ganz allgemein will sie Informationen zum Thema ausserfamiliäre Hofübergabe zusammentragen und den Austausch hierzu unter Landwirten aber auch unter Beratern fördern.

Die „Stiftung zur Erhaltung bäuerlicher Familienbetriebe“ hat die Plattform Hofnachfolge eingerichtet. Als Informations- und Vermittlungsstelle will sie den Kontakt zwischen älteren Hofbesitzern ohne Nachfolge und jungen Familien herstellen, welche einen Landwirtschaftsbetrieb suchen. „Wir klären sowohl die Erwartungen der Hofabtreter als auch die Fähigkeiten und Absichten der Hofsuchenden sorgfältig ab.“ Die Stiftung informiert potenzielle Verkäufer und Käufer über die Möglichkeiten, Auswirkungen und rechtlichen Aspekte einer ausserfamiliären Hofnachfolge in Zusammenarbeit mit regionalen Beratungsdiensten.