Home > DE > Pflanzen > Pflanzenleben > Zeigerpflanzen

Zeigerpflanzen

15_WK_Lowenzahn_k.jpgZeigerpflanzen sind wild wachsende Pflanzenarten, die auf bestimmte Bodeneigenschaften hinweisen. Diese Pflanzen benötigen ganz bestimmte Bedingungen für ihr Wachstum und reagieren empfindlich auf Veränderungen ihres Lebensumfeldes. Aus dem Vorhandensein und dem guten Gedeihen solcher Zeigerpflanzen kann man deshalb Rückschlüsse auf die Bodenart, den ph-Wert, das Nährstoffangebot und die Bodenverdichtung ziehen.

Brennnessel und die bei Landwirten berühmt berüchtigte Blacke - im hochdeutschen der grossblättrige oder stumpfblättrige Ampfer - weisen auf einen stickstoffreichen Boden hin. Huflattich und Hahnenfuß zeigen einen verdichteten Boden an. Sauerklee wächst vor allem auf sauren Böden.

In der (früheren) Landwirtschaft (und heute in der Permakultur) nutzte man dieses Wissen. Ein Stück Land, das neu als Acker oder Garten genutzt werden sollte, wurde zunächst für ein Jahr brach liegen gelassen, um zu sehen, welche Pflanzen sich dort ansiedeln. Die Pflanzengesellschaften, die sich ausbreiteten, liessen Rückschlüsse auf die vorliegende Bodenqualität zu.


Zu den echten Pionieren der Pflanzenwelt gehören beispielsweise Löwenzahn, Greiskraut und Gänsekresse. Diese drei Pflanzen sind Tiefwurzler, die sich ihre Nährstoffe von tief unten holen und dadurch verdichteten und schweren Boden auflockern. Im Anschluss können sich empfindlichere Pflanzen ansiedeln. Andere Wildkräuter geben über ihre Wurzeln Ausscheidungen ab, die Nematoden und Pilze abwehren. Wiederum andere sammeln Stickstoff (Prinzip der Gründüngung) oder tragen maßgeblich zur Humusbildung bei.

Zeigerpflanzen sagen viel über die Beschaffenheit des Bodens und tragen zugleich zu seiner Gesundung bei. Hat sich der Boden erholt, so wird auch das Unkraut nach und nach von anderen Pflanzen verdrängt werden. Zum Teil sind dann auch Schädlinge beteiligt. So gibt es zum Beispiel den Ampferkäfer, der kräftig hilft den Ampfer (Blacke) zu dezimieren, wenn der Boden dieser Pflanze nicht mehr die idealen Bedingungen bietet.

Zeigerpflanzen zeigen auch, welche Pflege der Boden durch uns braucht, um ihn gesund zu erhalten und als Acker, Wiese oder Garten nutzen zu können. Ein grundsätzlich sehr sandiger Boden kann beispielsweise durch das Hinzufügen von Kompost beim Humusaufbau unterstützt werden. Auch die gezielte Wahl der Kultur oder der Bodenbearbeitung kann die Gesundheit und dabei auch die Fruchtbarkeit des Bodens fördern.

 

Phänologische Zeigerpflanzen nennt man Pflanzen, welche die zehn physiologisch-biologisch begründeten „phänologischen Jahreszeiten“ ankündigen (z. B. der Blühbeginn der Forsythie den Erstfrühling, die Holunderreife den Frühherbst).