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Mischweide Schweine und Kälber, sporadisch Milchkühe und Pferde

Unsere Weide für die galt stehenden Schweine wird auch von Kälbern, Milchkühen und Pferden benutzt. Parasitenregulierung und gesunder Grasbestand sind die wichtigsten Vorteile.

Auf unserem Hof im Aargau auf 650m / M mit 17ha Land nutzen wir eine Weide direkt am Stall mit verschiedenen Tierarten. Von morgens bis mittags / nachmittags gehen die aktuell anwesenden Kälber auf die Weide (3-5 Tiere Nachzucht / Jahr, Mastkälber bis 80kg), ab 16:00 gehen die Kälber in den Stall und die galt stehenden Sauen (6-10) dürfen für 1-2 Stunden raus auf die Weide bevor sie zum Füttern wieder in den Stall gehen. Manche Kälber kommen auch gut mit den Schweinen klar und dann sind beide Tierarten zusammen auf der Weide.

Die Weide ist je nachdem 15-30 Are gross und umgeben von einem zwei- bis dreibandigen Elektrozaun. Das unterste Band muss gut sichtbar sein (ev. mit Plastikband nachhelfen), da Schweine nicht so gut sehen. Haben die Tiere einmal verstanden, dass der Zaun elektrisch ist, halten sie deutlichen Abstand. Die Weide muss gross genug sein und genügend Futter bieten, damit die Tiere nicht oder kaum graben. Aus demselben Grund begrenzen wir die Weidezeit auch auf 2 Stunden.

Parasitenregulierung und gesunder Grasbestand

Seit die Schweine bei uns mit diesem System auf der Weide laufen, haben wir keine Probleme mehr mit Spulwürmern oder Magen-Darm-Strongyliden. Unsere Theorie ist, dass dies nicht nur an der Mischbeweidung liegt sondern auch an den Nussbäumen, die am Rande der Weide stehen. Die Schweine fressen im Herbst Laub und Nüsse. Einzig Kokzidien sind noch nachweisbar im Schweinebestand. Bei den Kälbern gibt es ebenfalls keine oder nur noch sehr wenige Parasiten.

Der Grasbestand ist sehr schön, die Schweine fressen die Weide nicht so tief ab wie andere Weidetiere und ihr Kot bringt viele Nährstoffe auf das Land. Nach Bedarf lassen wir dann auch die Milchkühe und Pferde zeitweise zusammen auf diese Weide, damit sie das überschüssige Gras abfressen. Die Pferde nehmen auch das Gras, das die Kühe stehen lassen. Kälber und Schweine sind dann im Stall.

Herausforderungen

Unser System ist sehr einfach. Man muss den Schweinen einfach ausreichend Platz und Futter zur Verfügung stellen und für eine gute Umzäunung sorgen. Es muss eine Weide direkt am Stall sein, da Schweine sich nicht gerne treiben lassen. Schweine und Kälber zusammen auf die Weide lassen funktioniert mit den meisten Kälbern, aber nicht mit allen. Sie brauchen jeweils etwas Zeit, um sich kennenzulernen und aneinander zu gewöhnen.

Unsere Pferde (Haflinger und Mini-Shetland-Pony) weiden auch in der Kirschenanlage und zwischen den 150 Hochstamm-Obstbäumen und verringern so unseren Aufwand beim Mähen. Das klappt, weil die beiden gut klar kommen mit den Drähten und Hindernissen in den Obstbauanlagen. Auf den Milchviehweiden putzen sie nach und helfen so, eine gute Grasstruktur zu erhalten und die Parasiten zu regulieren.

Corinne Wyss, Aargau, 2018

Betriebsspiegel:

16-17 Milchkühe /15-16 Muttersauen / Ferkelaufzucht bis 30 kg 80 Kirschen-Intensivanlage / 150 Hochstammbäume
3 ha Getreide / 7 ha Kunstwiese / 6.2 ha Naturwiese