Home > DE > Tiere > Hunde > Mensch und Hund > Was tue ich, wenn ein Hund auf mich zukommt?


    Dies ist eine Frage, die mir sehr häufig gestellt wird. Vorausschicken möchte ich, dass man als Hundehalter die Verantwortung für seinen Hund trägt und sich daher auch immer in die Lage von Personen versetzen muss, die einem auf dem Spazierweg begegnen. jeder Hundehalter sollte also sofort reagieren, den Hund zumindest zu sich rufen und ihn je nachdem auch anleinen. Als Beruhigung gedachte Zurufe wie «Der Hund tut nichts!» oder: «Er will nur spielen!» genügen nicht – insbesondere dann nicht, wenn es sich um einen grossen Hund handelt – und sind auch keine Entschuldigung für einen unerzogenen Hund.

    Insbesondere in der heutigen Zeit, in der der Hund nicht mehr fraglos als «bester Freund des Menschen» gilt, sondern von den Medien auch als «gemeingefährliches Monster» dargestellt wird, ist es um so verständlicher, wenn immer mehr Menschen – ob zu Recht oder Unrecht – auf fremde Hunde mit Unbehagen, Angst oder Ablehnung reagieren.

    Kommt nun aber ein fremder Hund auf Sie zu, von dem Sie sich bedroht fühlen, so sollten Sie zunächst einmal ganz ruhig stehenbleiben. Versuchen Sie gar nicht erst, Ihre Angst zu verbergen oder sie zu überspielen, denn jeder Hund bemerkt dies sofort.
    Je gelassener und ruhiger Sie bleiben können, umso besser. Sie können sich etwas von dem Hund wegdrehen, wenden Sie aber auf jeden Fall Ihren Blick von dem Tier ab, statt es zu fixieren. Schreien Sie nicht herum, fuchteln Sie nicht mit den Händen, und treten oder schlagen Sie auch nicht nach dem Hund. Im harmlosen Fall fasst er Ihr Verhalten nämlich als sonderbare Aufforderung zum Spiel auf, und Sie werden umso interesanter für ihn, und im ungünstigsten Fall fühlt sich das Tier tätlich von Ihnen angegriffen und wird sich entsprechend zur Wehr setzen. Wenn es Ihnen gelingt, Ihre Muskulatur zu entspannen, ist dies von Vorteil, denn Anspannungen jeglicher Art wirken bedrohlich auf den Hund.
    Rennen Sie keinesfalls davon, weil der Hund Sie dann als Beute betrachten könnte, sondern entfernen Sie sich in normalem Schrittempo.

    Christiane Rohn, www.dogsense.de