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Muttergebundene Kälberaufzucht in der Milchviehhaltung

 

Die mutter- und ammengebundene Kälberaufzucht in der Milchviehhaltung findet bei Landwirten wachsendes Interesse. Sie bietet die Möglichkeit, die Kälber länger bei ihren Müttern zu lassen und die Kühe trotzdem zu melken. Kuh und Kalb können ihre natürliche Beziehung intensiver ausleben. Diese Haltungsform kann sich sehr positiv auf die Gesundheit der Kälber und auch der Milchkühe auswirken. Die Nachfrage nach Milch aus mutter- und ammengebundener Aufzucht nimmt zu.

Um mit dieser Aufzuchtsform erfolgreich zu sein, braucht es gute Kenntnisse des natürlichen Verhaltens der Kühe und der Kälber und eine intensive Mensch-Tier-Beziehung.

 

Hof Gasswies im Klettgau: Kälber sind stundenweise bei der Mutterkuh

Brüederhof in Dällikon / Zürich: Kälber sind jeweils eine Stunde vor dem Melken mit im Freilaufstall

Hof Rengoldshausen: Mit der Mutter zwei Mal vor dem Melken zusammen und in der Nacht, Kälbergruppe und Tanten

 

Je nach Stallsystem und Einrichtung, Charakter der Herde und Vorlieben des Bauern / der Bäuerin kommen unterschiedliche Systeme in Frage:

a) Langzeitiges, restriktives Säuen mit zusätzlichem Melken:

Die Kühe und Kälber kommen gezielt täglich 2-mal zum Säugen zusammen. Meistens saugt nur das eigene Kalb bei der Kuh, es können aber auch fremde Kälber zusätzlich saugen.

b) Langzeitiges Säugen mit unbegrenztem Zugang und mit zusätzlichem Melken:

Kühe und Kälber haben über mehrere Stunden am Tag oder unbegrenzt Kontakt zueinander. Zusätzlich werden die Kühe 1- oder 2-mal pro Tag gemolken. Meistens saugt nur das eigene Kalb bei der Kuh, es können aber auch fremde Kälber zusätzlich saugen.

c) Langzeitiges Säugen (ganze Tränkeperiode) ohne zusätzliches Melken:

Die Kühe und jeweils 2-4 Kälber sind unbegrenzt und dauerhaft zusammen. Es sind immer fremde Kälber dabei, d.h. Diese Kälber sind Ammen. Die Ammen können nach dem Absetzen der Kälber oder in der nächsten Laktation wieder gemolken werden.

 

Das Merkblatt „Muttergebundene Kälberaufzucht in der Milchviehhaltung“ mit der FiBl-Best.-Nr. 1575 bietet weitere Anregungen zum Thema. Es wurde erstellt von Bioland, Demeter, IBLA, KÖN und FibL.

https://shop.fibl.org/chde/mwdownloads/download/link/id/550/