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Mutterkuhgebundene Kälberaufzucht auf dem Brüederhof  16-06-08-Bruederhof-Laufhof_k.jpg

Im grosszügig angelegten Laufstall des Brüederhofs in Dällikon bei Zürich können die rund 40 horntragenden Milchkühe ihre Kälber jederzeit am Kälberstall-Gitter besuchen. Der Brüederhof arbeitet seit 1994 nach seinem System der Mutterkuhgebundenen Kälberaufzucht. Die säugenden Kühe werden zuletzt gemolken. Im Warteraum vor dem Melkstand dürfen die Kälber bis sie 100 Tage alt sind jeweils morgens und abends rund eine Stunde bei ihren Müttern trinken. Kurz bevor die Mütter zum Melken gehen, werden alle Kälber zusammen wieder zurück in den Kälberstall getrieben. Mit diesem System findet der Milcheinschuss nur zweimal am Tag und kurz vor dem effektiven Melken statt. Wäre das Kalb ganztags bei der Mutter, so wären die Zellzahlen der Milch höher weil bei jedem Milcheinschuss die im Euter verbleibende Milch vom Kuh-Körper als „Fremdkörper“ angeschaut werde.

 

Ariane_Maeschli.Fina_mit_Kalb_k_.jpgKaspar Günthardt, der pensionierte Betriebsleiter hat die Muttergebundene Kälberaufzucht auf dem Brüederhof etabliert. Er ist überzeugt, dass ihm sein System der muttergebundenen Kälberaufzucht enorm viel Arbeit spart. „Die aufwändige „Tränkerei“ fällt weg, dafür habe ich gesunde Kälber und zufriedene Mutterkühe. Die frühe Sozialisierung der Aufzuchtkälber macht sich ausserdem später in einem gesunden Herdenverhalten der Kuh bemerkbar.“

Diese von Günthardt beschriebenen Vorteile der Mutterkuhgebunden Kälberaufzucht hat auch das Forschungsinstitut für Biologischen Landbau Schweiz (FiBL) bereits wissenschaftlich belegt. Bei der Untersuchung verschiedener Modelle der mutterkuhgebundenen Kälberaufzucht fand das FiBL heraus, dass die Tiere sich besser entwickeln, es zu einem früheren Erstkalbealter sowie einer besseren Milchleistung in der ersten Laktation komme (Quelle: FiBL Merkblatt: Muttergebundene Kälberaufzucht in der Milchviehhaltung, 2012).


Ariane_Maeschli.Fina_mit_Kalb.1_k.jpgNach Kaspar Günthardt sei es, um mit seinem System erfolgreich zu sein, sehr wichtig, einen guten Kontakt zu den Tieren zu haben, wahrzunehmen, was in der Herde vorgeht und die Kälber gezielt an den Menschen zu gewöhnen. Es sei schon vorgekommen, dass ein Kalb zu viel Milch trinke und dann Durchfall habe. In solchen Fällen habe er Ammenmütter eingesetzt, die dann den ganzen Tag bei den Kälbern sind und mehrere Kälber betreuen.

Die Einbussen in der Milchmenge schätzt er auf rund 1000 Liter pro Kuh und Jahr. Als Vergleich: im konventionellen Landbau darf ein Kalb in 100 Tagen 400 bis 600 Liter Milch geniessen. Die durchschnittliche Jahresmilchleistung des Brüederhofes liegt mit der kraftfutterfreien Fütterung bei 5.500 Liter. „Die genannten Vorteile gleichen diesen grösseren Verlust beim Milchgeld aber aus und so geht die Rechnung für uns auf“, so Kaspar Günthardt abschliessend.

Interview mit Kaspar Günthardt führten Sonja Korspeter & Livia Baumgartner


Hofporträt Brüederhof

    Mutterkuhgebunde Kälberaufzucht

    Geschrieben von Nora Gräni am
    Guten Abend

    Wo kann man Ihre Milch kaufen? Ich würde mich sehr freuen, eine solche Milch zu kaufen!!
    Besten Dank für Ihre Rückmeldung und beste Grüße

    Nora Gräni



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