Weideschlachtung

Vier Pfoten hat in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL) in Frick einen Pilotversuch zum Thema Schlachtung von Rindern auf der Weide durchgeführt. Hier die Beschreibung von Vier Pfoten:

Das Wohl des Tieres sollte auch bei Nutztieren von Geburt über Haltung bis zur Schlachtung oberste Priorität haben. Die Separierung der einzelnen Tiere von der Herde, der Transport zum Schlachthof und die furchteinflössenden Bedingungen im Schlachthof sind jedoch enorme Sressfaktoren für die Tiere. Auf vorerst einem Bauernhof finden diese Bedingungen nun ein Ende.

Denn die schweizweit erste definitive Bewilligung für die Weideschlachtung ist nun rechtskräftig. Damit darf der Landwirt Nils Müller auf seinem Hof “Zur Chalte Hose” nun eine Schlachtmethode für Rinder anwenden, die ohne langen Transport und Stress im Schlachthaus auskommt. Nach erfolgreichem Abschluss der Pilotphase mit zehn Weideschlachtungen wurde am 4. Mai 2016 das elfte Rind auf der Weide geschlachtet – erstmals mit gesetzlich verankerter Erlaubnis. Das Ziel der Methode ist, dass Tiere dort sterben können, wo sie auf die Welt kamen.

Weideschlachtung ist die beste Variante für das Tier

Nils Müller hat für diese alternative Methode der Schlachtung eine separate Koppel mit angrenzendem Hochsitz errichtet. Von dort aus kann der Landwirt, das zur Schlachtung ausgewählte Rind aus kurzer Distanz gezielt und nachhaltig betäuben ohne dass das Tier in irgendeiner Form beunruhigt wird. Müller ist sich sicher: Für das Tier gibt es keine schonendere Methode der Schlachtung. „Man sieht und spürt, dass die Tiere keinerlei Stress ausgesetzt sind, da sie in der gewohnten Umgebung bleiben und ihre Herde zum Zeitpunkt der Betäubung um sich haben.“ Verhaltensforscherin Johanna Probst vom FIBL bestätigte die Einschätzung des Landwirts: „Rinder sind Herdentiere und eine Separierung bedeutet daher immer Stress. Bei der Weideschlachtung fällt dieser sehr belastende Schritt weg, da mehrere Rinder in die Weidekoppel gebracht werden und das zu schlachtende Tier erst vor dem Schuss ausgewählt wird“, bilanzierte Probst.

Tierschutz soll nicht am Weidezaun aufhören

Wichtig ist, dass das Tierleid durch die Weideschlachtung wesentlich verringert wird. Denn Tierschutz soll nicht am Weidezaun aufhören, sondern bis an das Lebensende gewährleistet sein. Das Projekt Weideschlachtung ist wegweisend und soll auch andere Betriebe dazu inspirieren, den Tieren einen würdevollen Tod zu ermöglichen. Mit diesem Projekt hat die Schweiz eine grosse Chance, zu einem Vorreiter in Sachen Tier- und Konsumentenschutz zu werden.

Quelle: https://www.vier-pfoten.ch/kampagnen-themen/tiere/rinder/weideschlachtung

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Für die Weideschlachtung bringt Landwirt Nils Müller die Tiere in ihrer vertrauten Gruppe in eine separate Koppel mit Hochsitz, von wo aus er das zu schlachtende Tier ins Visier nimmt. Photo: FiBL (Gabriela Müller)