Die eigene Solaranlage optimieren

Es lohnt sich, grundsätzliche Gedanken vor der Auftragserteilung für die Installation einer Solaranlage zu machen und die folgenden Fragen zu klären. So behält man bei der Besprechung mit dem Auftragnehmer das Heft in den Händen und lässt sich nicht irgendeine Anlage hinstellen, welche die eigenen Bedürfnisse zu wenig erfüllt.

  • Wie gross soll die Anlage werden?
  • Wie ist das Dach und die Fassade sonnenexponiert?
    [Erste Infos zur Eignung der Dach- oder Fassadenflächen finden sich beim Berechnungstool des Bundesamtes für Energie. Dort finden sich auch Angaben zu möglichen Abnehmern in der Region und deren Preisen. Weiter kann auch die Leistung durch Solarwärme ermittelt werden.]
  • Wer ist der Abnehmer? Oder soll es nur eine Inselanlage werden?
  • Ganz unterschiedliche kantonale und zum Teil sogar ortsgebundene Subventionen [einen ersten Überblick bietet hier die Seite Solar-Ratgeber.ch, nach dem eigenen Standort filtern kann man auf der Seite EnergieFranken.ch.]
  • Oder soll nur das Dach, die Fassade vermietet werden?

Hier ein paar Tipps, wie man eine Optimierung der Energie-Selbstversorgung planen könnte:

  • Nicht nur Dachkollektoren, sondern auch Fassadenkollektoren einplanen [in den Kantonen Glarus, Uri, Obwalden und Graubünden gibt es Stand 1/2025 Zuschüsse für vertikale Anlagen]
  • Besonders in den Bergen liegt auf den Dächern oft über Monate Schnee
  • Die Fotovoltaikanlage hat bei tieferen Temperaturen einen höheren Wirkungsgrad
  • Der flache Einstrahlungswinkel der Sonne im Winter und die Reflexion des Schnees erhöht zusätzlich den Wirkungsgrad der Fassadenkollektoren
  • Es ist zu erwarten, dass der Strom in der kritischen Jahreszeit auch teurer wird
  • Weniger Fremdbezug dank eigenen Batterien
  • Es gibt heute leistungsstarke, kompakte (beispielsweise Lithium-Eisen-Phosphat) Batterien und in Zukunft neu auch Salz-Batterien, welche ohne problematische Rohstoffe auskommen und kein Brandrisiko haben
  • Mit diesen Batterien kann der am Tag produzierte Strom in der Nacht selber verbraucht werden (Erhöhung der Autarkie und Einsparung der Netzgebühr).
  • Wenn die Nächte länger sind, ist der Direktverbrauch von Solarstrom in dieser Zeit klein
  • Bei mir persönlich ist der Stromverbrauch von der Batterie über das Jahr fast doppelt so hoch wie der Direktverbrauch
  • In gewissen Kantonen werden Batterien mit zum Teil namhaften Beiträgen gefördert
  • Durch eine intelligente Schaltung kann auch die Batterie des Elektroautos oder in Zukunft des Elektrotraktors in das Speichersystem einbezogen werden

Von Kurt Utzinger, Regionalbetreuer Graubünden und Vizepräsident Schweizer Bergheimat. Dieser Artikel erschien ursprünglich in den Schweizer Bergheimat-Nachrichten, Ausgabe 233. Die Anmerkungen in eckigen Klammern stammen von der Redaktion von terrABC.

Die Schweizer Bergheimat fördert seit vielen Jahren den Ausbau von erneuerbarer Energie auf den Bio-Landwirtschaftsbetrieben im Berggebiet. Installationen von Solaranlagen spielen dabei eine wesentliche Rolle.

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