Kombinierter Abferkelstall

Kastenstand in Verbindung mit Freilauf in Sechser-Gruppe

In unserem Versuchsstall ferkeln die Sauen im Kastenstand in Einzelbuchten ab und werden dann so schnell wie möglich wieder laufen gelassen. Sechs Sauen sind mit ihren Ferkeln in einem Stall untergebracht. Die Säugezeit beträgt im Durchschnitt 26 Tage.

Konkret stallen wir die Sauen am Mittwoch ein, am Donnerstag / Freitag ferkeln sie, nach 1-2 Tagen dürfen die Ferkel schon freilaufen, dann kennen sie den Geruch ihrer Mutter. Am Dienstag, also nach sechs Tagen, werden auch die Kastenstände der Sauen aufgemacht. Hierbei ist es wichtig, dass wir die Tore einzeln öffnen können, denn die Sauen sind je nach Geburtszeitpunkt eher oder später parat hierfür. Die Sauen nutzen die Bewegungsmöglichkeit, begeben sich aber auch von selber immer wieder in ihren Kastenstand, um den anderen Sauen auszuweichen, sich auszuruhen, zu säugen oder zu trinken.

Wenn die Tore zum Auslauf geöffnet sind, gibt es noch eine Fütterung in der Abferkelbucht. Anschliessend fressen die Sauen am Futterautomat im Auslauf. Es ist ein reines Trockenfutter, das die Sauen langsam fressen. Sie haben dadurch eine gute Speichelbildung und eine gute Verdauung. Die Ferkel fressen dort mit vom Boden und nehmen Enzyme von der Mutter auf. Die Tränke ist in der Abferkelbucht.

Unsere Erfahrungen mit diesem System sind sehr positiv. Wir haben ebenso wenig Verluste bei den Ferkeln wie in der konventionellen Haltung, und eine gute Gesundheit und Zufriedenheit bei Sauen und Ferkeln. Die notwendigen Behandlungen in den ersten Tagen nach der Geburt können problemlos durchgeführt werden.

Die Grösse des Abteils im Freilauf beträgt 7,2m2 je Sau. Die Kastenstände haben eine Breite von 80cm und eine Länge von 2,40m. Die Sauen können hier ihre Gliedmassen problemlos ausstrecken

Die Rasse der Sauen ist Topic 70, die sich durch eine gute Verträglichkeit auszeichnen. Die Ferkel sind eine Einkreuzung mit Petrain.

Mögliche Weiterentwicklungen dieser Form der Gruppenhaltung säugender Sauen:

  • Da Sauen und Ferkel in der Abferkelbucht im Nestbereich die Fläche sehr sauber halten, kann dort auch mit wenig Arbeitsaufwand eingestreut werden, wenn statt der Spalten eine geschlossene Fläche gebaut wird.
  • Es könnte ein Fütterungsautomat für die Ferkel im Auslauf aufgestellt werden, der energiereiches Ferkelfutter enthält und für die Sauen unzugänglich ist.
  • Weil die Sauen die Nutzung des Laufstalls in der Gruppe schon kennen, kann problemlos auch ein Aussenauslauf wie in der Biohaltung gefordert angebaut werden.

Günther Völker, NRW, 2020

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