Graskompost à la Julia und Daniela

Für das Gras ihrer Wiesen haben Julia und Daniela vielfältige Verwendung. Einerseits mulchen sie im Selbsterntegarten konsequent alle Beete und können so grösstenteils auf eine Bewässerung verzichten. Besonders um den Selbsterntegarten herum mähen sie häufig, so haben sie kleine Wege, auf denen sich mit der Zeit auch eine trittfeste Grasnarbe bildet.

Andererseits haben sie aus dem Heu auch schon eine Triste gebaut und das Heu so über den Winter aufbewahrt. Dies bietet den Vorteil, dass im Frühjahr schon bevor das Gras zu wachsen beginnt, Mulchmaterial zur Verfügung steht. Dieses Heu eignet sich besonders gut zum Mulchen der Wege im Selbsterntegarten, die im Frühjahr oft recht schlammig sind.

Eine besondere Rolle spielt der Graskompost. Beim Mähen des Steilhanges fallen grosse Mengen Schnittgut an. Um dieses sinnvoll zu nutzen, starteten die beiden einen Kompostierversuch. Frisches Gras neigt dazu, zu verkleben, wird anaerob und beginnt zu gären. Deshalb arbeiten sie mit einer Schichttechnik: Auf eine Lage Holzschnitt folgt eine 30–40 cm dicke Grasschicht, darauf wieder Äste – und so weiter. Das Holz dient hauptsächlich zur Belüftung und baut sich nur wenig ab.

Zudem haben die beiden die Erfahrung gemacht, dass angetrocknetes Gras sich deutlich besser kompostieren lässt als ganz frisches, da dieses deutlich mehr verklebt.

2024 bauten Julia und Daniela den Graskompost im Mai, schichteten ihn zwei- oder dreimal um und konnten im Herbst bereits schönen Kompost für die Pflanzung der Wintersalate nutzen. Wieso der Kompostier-Prozess 2024 so schnell lief, wissen die beiden nicht genau. Ihren “normalen” Kompost lassen sie normalerweise ein Jahr reifen. So bauten sie 2025 auch noch einmal ein Graskompost, den sie diesen Frühling 2026 bei der Pflanzung verwenden werden.

Wie aber funktioniert das Umschichten?
“Man muss es schon wollen.” sagt Julia und lacht. Die Äste erschweren die Arbeit mit einer Gabel extrem. Dementsprechend sind die beiden auch noch nicht ganz zufrieden mit ihrem Prozess und überlegen weiter, wie sie ihn verbessern könnten. Die gute Qualität des Endprodukts ist es ihnen jedoch wert.

Laura Gisler, 2026

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