Baumstämme vor Schafzähnen schützen

Auf mehreren meiner Schafweiden stehen Hochstamm-Obstbäume. Die Engadinerschafe nagen besonders gerne an der Rinde von Bäumen und Büschen (deshalb werden sie ja auch im Berggebiet zur Zurückdrängung der Grünerlen eingesetzt, was sehr gut gelingt). Deshalb muss ich die Bäume schützen. Am einfachsten geht das, indem ich die Rinde der Bäume mit Schafmist einstreiche. Ich nehme dazu direkt von der Weide den frischen Mist der Schafe (von Hand) und streiche ihn dann mit der Hand auf die Rinde. Der ganze Stamm, von unten bis oben muss mit einer feinen Schicht Schafmist bedeckt sein. Man kann den Mist auch leicht verdünnen mit Wasser, dann braucht man einen Eimer dazu und eine Bürste oder einen dicken Pinsel zum Einstreichen. Diese Prozedur mache ich jeden Frühling einmal, dann gehen die Schafe während der ganzen Weidesaison nie an die Baumrinden.

Schafmist eignet sich zum Schutz der Baumrinde.

Diese Methode ist effizient, weil man die Bäume nicht einzäunen und deshalb auch keinen eingezäunten Bereich ausmähen muss. Die Bäume ertragen den Mist auf der Rinde sehr gut; ich mache das seit über 20 Jahren so und habe noch nie etwas Negatives festgestellt.

Einmal im Frühling mit Mist einstreichen und die Rinde ist für die gesamte Weidesaison geschützt.

Den Schafen muss man genügend mineralreiches Material füttern. Wenn sie nicht an die Rinden gehen können, brauchen sie etwas anderes, Gleichwertiges. Ich gebe ihnen deshalb oft Heckenschnitt im Sommer. Und im Winter gebe ich ihnen getrockneten Heckenschnitt, den ich während des Heuens geerntet habe. Manchmal braucht es aber dennoch zusätzlich einen Mineral-Leckstein. Das merkt man daran, dass sich die Tiere darauf stürzen, wenn man ihnen so etwas gibt. Sind sie kaum interessiert, dann brauchen sie es auch nicht.

Anet Spengler Neff, Juni 2021

Hat das auch schon jemand auf einer Ziegenweide mit Ziegenmist probiert?

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